Mit diesem Ziel entwickelt und baut Siemens Mobility derzeit die 90 Fahrzeuge und hat sich deshalb entschieden, entsprechend leistungsstarke und zugleich energieeffiziente High-Performance-Embedded-Hardware zu integrieren.
Für die Embedded-Hardware der beiden zentralen Zugserver, die in jedem Fahrzeug verbaut sind, ist die Wahl auf den High-Performance Box-PC BL74W von duagon gefallen. Das, so Gunther Gräbner, der als Solution Architect bei duagon das Projekt betreut, hat gleich mehrere Gründe. Seine Aufgabe ist es, für Kundenwünsche die verschiedenen duagon-Standardprodukte zu kombinieren und bei Bedarf passgenau anzupassen. Für die S-Bahn München ist eine wichtige Vorgabe, dass die Hardwarekomponenten über so viele Ressourcen verfügen, dass sie auch zukünftige Anwendungen in zehn oder fünfzehn Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit problemlos ausführen können. „Unser Produktportfolio ist skalierbar. Für diese Anforderung bietet es sich an, von den DIN-Rail-Systemen, die üblicherweise als Zugserver zum Einsatz kommen, auf einen leistungsstärkeren Box-PC zu wechseln“, erklärt Gunther Gräbner.
Effizient in dreifacher Hinsicht
Bei der konkreten Wahl des BL74W hat noch ein zweiter Aspekt eine wichtige Rolle gespielt: die Effizienz. „Wir verwenden stromsparende Komponenten, weshalb wir mit einem lüfterlosen Design arbeiten können. Zudem verzichten wir auf Komponenten, die wie Batterien oder Akkus regelmäßig getauscht werden müssen. Der BL74W ist deshalb wartungsfrei und speziell für den Einsatz in der rauen Bahnumgebung konzipiert, was die Wartungskosten der neuen S-Bahn-Züge geringhält.“
Hinzu kommt, dass Siemens Mobility noch eine weitere Embedded-Hardware von duagon in den neuen S-Bahn-Zügen verbaut: Die vielen verschiedenen Fahrgastkomfortsysteme und das 5G-Routing laufen auf CompactPCI-Serial-Systemen von duagon. „Das CompactPCI-Serial-System und der Box-PC nutzen beide das gleiche Prozessor-Board. Die resultierenden Synergien für die Softwareentwicklung halten bei Siemens Mobility und Zugbetreibern die Entwicklungsprozesse und -kosten schlank und sind ein wichtiger Effizienzfaktor.“
Box-PC für High-Performance
Der BL74W als Standardprodukt ist mit Intel-Core-Prozessoren der 13. Generation ausgestattet. Sie nutzen erstmals Intels neue Hybrid-Architektur mit bis zu 14 Performance- und Efficiency-Kernen (6P+8E) für eine skalierbare Leistung von 15 bis 45 W TDP. Um den rauen Einsatzbedingungen im Bahnumfeld gerecht zu werden, ist der DDR-5-Arbeitsspeicher fest verlötet und bietet bis zu 96 GB Speichervolumen. Je nach Einsatzart kann der BL74W bis zu vier integrierte 5G-Modems vereinen. In der Variante für die S-Bahn München von Siemens Mobility ist ein Modem verbaut.
Einsatz als zentrale Zugserver
In den neuen S-Bahn-Zügen fungiert der BL74W als zentraler Zugserver – je zwei pro Fahrzeug. Er stellt unter anderem allen anderen Zugsystemen die benötigten Softwarepakete zur Verfügung und verteilt Updates, die er selbst over-the-air erhält.
Die ersten Fahrzeuge sollen Ende des Jahres 2028 in München im Fahrgasteinsatz fahren. Um den ambitionierten Zeitplan für die Planung, Entwicklung und Fertigung zu halten, liefert duagon schon dieses Jahr erste Prototypen der Hardware. So können die Ingenieurinnen und Ingenieure von Siemens Mobility und Zugbetreibern die Systeme konfigurieren, aufeinander abstimmen und testen.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch im Pressebereich von Siemens Mobility.
Verpassen Sie keine Neuigkeiten und folgen Sie unserem duagon-Profil auf LinkedIn.